Der Photovoltaik-Ausbau in Deutschland läuft, so viel stimmt. Im Marktstammdatenregister stehen inzwischen über sechs Millionen registrierte Solaranlagen. Das ist eine beeindruckende Zahl — und sie verdeckt mehr, als sie zeigt.
Die Zahl allein sagt wenig
Sechs Millionen Anlagen klingt nach flächendeckendem Erfolg. Aber eine Zahl ohne Verteilung ist Politik-Folklore. Interessant wird es erst, wenn man fragt: wo stehen diese Anlagen, welcher Typ sind sie, und wer wurde beim Ausbau abgehängt?
Die ehrliche Antwort: Der Ausbau ist ungleich verteilt — zwischen Bundesländern, zwischen Stadt und Land, zwischen Dach und Freifläche. Wer nur die Gesamtzahl feiert, blendet genau die Steuerungsfragen aus, die die nächsten Jahre entscheiden.
Drei unbequeme Muster
- Der Süden zieht davon. Bayern und Baden-Württemberg dominieren die Statistik so deutlich, dass ein bundesweiter Durchschnitt die Lage im Norden und Osten eher verschleiert als beschreibt.
- Balkonkraftwerke sind ein politischer Erfolg — und ein statistisches Rauschen. Sie treiben die Anzahl der Anlagen nach oben, tragen zur installierten Leistung aber wenig bei. Wer beide Kennzahlen vermischt, redet sich den Fortschritt schön.
- Der Netzausbau hält nicht Schritt. Die Anlagen stehen dort, wo Flächen und Kapital sind — nicht zwingend dort, wo das Netz sie aufnehmen kann.
Was daraus folgt
Wer den Ausbau steuern will, braucht die Verteilung, nicht die Schlagzeile. Genau deshalb habe ich die MaStR-Daten aufbereitet und kartiert: nicht um den Erfolg zu bejubeln, sondern um die Lücken sichtbar zu machen, über die gerade niemand gern spricht.
Das interaktive Dashboard dazu ist hier beschrieben.