Matthias Bock
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Case Study · seit 2024

Energiewende-Dashboard Deutschland

Sechs interaktive Dashboards aus den amtlichen Registern von Bundesnetzagentur und Kraftfahrt-Bundesamt — Solar, Wind, Speicher, Ladeinfrastruktur und E-Mobilität, bis auf die einzelne Gemeinde.

Rolle
Konzept, Datenpipeline, Umsetzung
Kontext
Eigenprojekt
Live
energiewende-dashboard.org
Screenshot: Energiewende-Dashboard Deutschland
112 GW
Photovoltaik in Betrieb, aus 6 Mio. Einzelanlagen gerechnet
81 GW
Windenergie an Land und auf See
204.078
öffentliche Ladepunkte, standortgenau
10.000+
Gemeinden mit eigenem Energiewende-Profil

Das Problem

Der Stand der Energiewende ist vollständig dokumentiert — und praktisch unlesbar. Die Bundesnetzagentur veröffentlicht mit dem Marktstammdatenregister und dem Ladesäulenregister jede gemeldete Solaranlage, jedes Windrad, jeden Speicher und jeden öffentlichen Ladepunkt; das Kraftfahrt-Bundesamt liefert die Zulassungen. Zusammen sind das Millionen Einzeleinträge in Rohdateien, die weder Karte noch Aggregation noch Vergleich kennen.

Die Folge: In der Debatte wird mit Schlagzahlen hantiert, die kaum jemand nachrechnen kann — während die Frage, die Bürgerinnen und Bürger tatsächlich stellen, unbeantwortet bleibt. Nämlich: Wie weit ist die Energiewende bei mir vor Ort, und wie steht meine Gemeinde im Vergleich da?

Der Ansatz

Ich habe das Projekt vom Rohdatensatz bis zur veröffentlichten Anwendung selbst gebaut — inzwischen sind es sechs Dashboards: ein Übersichts-Dashboard, das alle Themen zusammenführt, und fünf Spezial-Dashboards für Photovoltaik, Windenergie, Batteriespeicher, Ladeinfrastruktur und E-Mobilität.

Die Technik

Kern ist eine reproduzierbare Pipeline, die den kompletten MaStR-Gesamtdatenexport, das Ladesäulenregister und die KBA-Zulassungsstatistik einliest, bereinigt, auf Gemeinde-, Kreis- und Landesebene aggregiert und in eine kartierbare Struktur überführt. Weil die Registerdaten monatlich neu erscheinen, ist der komplette Lauf automatisiert und wiederholbar — ein Update ist ein Durchlauf, keine Handarbeit.

Jedes Themen-Dashboard geht dort in die Tiefe, wo sein Thema besonders ist: Anlagentypen und Leistungsklassen bei der Photovoltaik, Onshore/Offshore, Hersteller und Repowering beim Wind, Speicherdauer und PV-Kopplung bei den Batterien, Steckertypen und Betreiber bei der Ladeinfrastruktur, BEV gegen Plug-in-Hybrid bei den Zulassungen. Dazu eine Analyseseite zur Residuallast, die als einzige nicht auf dem Register beruht, sondern auf gemessenen Viertelstundenwerten aus den Energy-Charts des Fraunhofer ISE: Sie zeigt, was der Zubau im Netz auslöst — mittags fast keine Residuallast mehr, abends unverändert rund 40 GW.

Die Wirkung

Aus drei unlesbaren Behördendatensätzen wurde ein frei zugängliches Werkzeug ohne Anmeldung, das drei Zielgruppen zugleich bedient: Bürger, die ihre Gemeinde einordnen wollen, Journalisten, die belastbare Zahlen für Recherchen brauchen, und politische Entscheider, die den Ausbau steuern. Ein KI-Steckbrief je Dashboard gibt jeder Region einen fertigen Prompt an die Hand, aus dem sich eine vollständige Auswertung der eigenen Kommune erzeugen lässt.

Das Projekt zeigt in einem einzigen Artefakt, worum es mir beruflich geht: aus komplexen Daten eine klare, überprüfbare Grundlage für Entscheidungen zu machen — und sie nicht in der Präsentation zu behalten, sondern zu veröffentlichen.

Alle sechs Dashboards sind unter energiewende-dashboard.org live. Kennzahlen: Stand Juli 2026.

Grundlage